Mögliche Probleme und Gefahren

Prinzipiell kann sich jedes Piercing, Implantat, entzünden, eitern, bluten, Abszesse verursachen, auswachsen und Narben hinterlassen. Bei sachgemäßer Durchführung und richtiger Pflege allerdings selten.

Infektion

Eine Infektion kann in den ersten 2 bis 14 Tagen durch Eindringen von Keimen in den Wundkanal auftreten und sehr viel seltener auch noch nach Monaten oder Jahren durch Sekretstau des im Piercingkanals gebildeten Talgs. Dabei kommt es zu einer münzgroßen Rötung, Schwellung und schmerzhaften Verhärtung des Piercingareals. Es kann zusätzlich gelbgrünes. zähflüssiges, eitriges Sekret austreten. In diesem Fall kann der Piercingschmuck nur bei Antibiotikaeinnahme belassen werden.

Ständig enzündete Einstichstellen

Ursache ist entweder zu intensive wochenlange Pflege mit antibiotischen Salben und Lösungen. Diese wirken nämlich auf Dauer hautreizend und verhindern eine rasche Abheilung. Auch eine zu lange, ständige Abdeckung mit Hautpflastern kann der Grund hierfür sein. Eine mangelnde Reinigung des Piercingschmucks ist ebenfalls oftmals Ursache für chronische Entzündungen, weil ein ständig mit Krusten verklebtes Piercing die umgebende Haut reizt. Es kann jedoch auch ein zu kurzer Stecker oder unverträgliches Material dafür verantwortlich sein.

Blutung

Bei jedem Piercing kann es in selten zu einer Blutung kommen. Abhilfe schafft ein 5 minütiger Druckverband. Sollte die Blutung nach 30 Minuten nicht zum Stillstand kommen, bitte eine Ambulanz aufsuchen.

Auswachsen

Der Metallstift ist ein Fremdkörper, welchen die Haut loswerden will – selten erfolgreich. Sollte das Piering wirklich auswachsen (am häufigsten an der Augenbraue), wandert es langsam innerhalb von 2-12 Monaten Richtung Hautoberfläche bis es schließlich die obersten Hautschichten durchbricht. Das führt zur Bildung von kleinen Narben. Sollte es wirklich dazu kommen ist es besser das Piercing rechtzeitig zu entfernen um eine hässliche Narbenbildung zu verhindern.

Wildes Fleisch

Sehr selten kann es an den Ein- und Austrittsstellen des Piercingkanals zu kleinen Gewebeneubildungen kommen. Diese präsentieren sich als kleine, rote, nässende Hautläppchen, welche sehr langsam größer werden. Sie müssen vom Arzt entfernt werden.

Die Probleme die ich jetzt beschrieben habe, sind selten. Ihr müsst darüber informiert sein. Dies entspricht dem Beipackzettel eines Medikaments, auch dort stehen tausend Dinge die kaum auftreten. Also keine Panik, die allermeisten Piercings machen Freude!